Milder März hält Stromverbrauch unten

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Milder März hält Stromverbrauch unten

30. Apr. 2021 | Wien

Auch im März bestimmte die Temperatur den heimischen Stromverbrauch als wesentliche Größe neben den Effekten des Lockdowns. In der Kalenderwoche 13 lag der Verbrauch bei 1.135 Gigawattstunden, das sind gegenüber dem Durchschnittswert aus den Jahren 2017-2019 um sieben Prozent weniger. „Die wärmeren Temperaturen haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss als Dämpfer auf den Stromverbrauch. Unter anderem geht der Heizbedarf bei mildem Wetter nach unten und auch diverse Beleuchtungen fallen im Frühjahr durch längeres Tageslicht kürzer aus“, sagt Gerhard Christiner, technischer Vorstand der APG.

Beim Blick auf die europäische Landkarte wird sichtbar, dass auch andere Länder mit Ihrem Stromverbrauch unter dem Vergleichsniveau aus 2017-2019 lagen. Am deutlichsten war das Ende März in Frankreich (minus 12 Prozent) und Spanien (minus zehn Prozent) ablesbar.

Erneuerbare leicht hinten nach

Nach einer kurzen Periode zwischen Ende Jänner und Anfang Februar, in der die Produktion durch erneuerbare Energien einen leichten Anstieg hatte, hinkt die Stromerzeugung durch Erneuerbare im März gegenüber dem Vergleichszeitraum aus 2020 leicht hinterher. „Vor allem die Laufwasserkraft ist heuer noch schwächer als im Vorjahr – dies liegt vor allem daran, dass die große Schneeschmelze aufgrund der heurigen Temperaturentwicklung der letzten Monate noch auf sich warten lässt. Trotzdem konnten in Kalenderwoche 13 rund 70 Prozent des durchschnittlichen heimischen Stromverbrauchs mit grünem Strom gedeckt werden“, hebt Christiner hervor. In der Regel nimmt die Summe an erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energiequellen in den wärmeren Monaten des Jahres zu.

Österreich bleibt Strom-Importeur; Hoher Stromaustausch innerhalb Österreichs

Wie schon in den ersten beiden Monaten des Jahres galt Österreich auch im März als Strom-Importeur. Am meisten Strom wurde am 19. März mit 67 Gigawattstunden importiert. Auch in den ersten Tagen des Aprils wurde diese Entwicklung fortgesetzt.

Die März-Daten belegen, dass jedes Bundesland je nach Produktions- und Verbrauchssituation in das APG-Netz importiert oder exportiert. „Die aktuellen Zahlen belegen wie wichtig ein leistungsstarkes Übertragungsnetz vom Boden- bis zum Neusiedlersee ist. Damit ist die Verfügbarkeit von Strom unabhängig von der lokalen, regionalen Produktionssituation für Wirtschaft und Gesellschaft in ganz Österreich gewährleistet. Gerade das Industrieland Steiermark mit seiner hohen Importrate, sowie das erneuerbare Energien starke Burgenland mit seiner Exportrate zeigen die Wichtigkeit einer starken Netzinfrastruktur“, sagt Thomas Karall, kaufmännischer Vorstand der APG.

Strompreis im März auf Höhenflug

Gegenüber dem Vorjahr war ein deutlicher Anstieg in der Entwicklung des Strompreises zu sehen. Lag der durchschnittliche Monatspreis im März des letzten Jahres noch bei 24,6 Euro pro Megawattstunde, so betrug er heuer 53,7 Euro pro Megawattstunde. Das entspricht einer Steigerung von plus 118 Prozent. „Die Stromerzeugung durch Windkraft ist im März zwar leicht angestiegen, lag jedoch immer noch rund 20 Prozent unter den Vorjahreswerten“, sagt Thomas Karall. Je weniger Strom durch erneuerbare Energiequellen genutzt werden kann, umso mehr Strom muss konventionell erzeugt werden. „Die aktuellen Marktpreise für fossile Energieträger, sowie CO2 Emissionszertifikate sind sehr hoch. Das wirkt sich zusätzlich auf die Stromkosten aus“, konstatiert Karall.

Redispatch-Maßnahmen an der Tagesordnung

Mittlerweile ergreift APG fast täglich die Sicherheitsmaßnahme Redispatch (RD), damit die Stromversorgung auch dann funktioniert, wenn es eng wird. „Um die Schwankungen im Netz auszugleichen, greifen wir auf den Einsatz von thermischen und hydraulischen Kraftwerken zurück, mit denen wir Leistung kontrolliert ins APG-Netz einspeisen oder entnehmen können. Allein im Jahr 2020 musste an 261 Tagen ins Stromnetz eingegriffen werden. 2021 war bereits an 66 Tagen ein Eingriff notwendig“, betont Christiner.

Ein leistungsstarkes Stromnetz mit ausreichenden Kapazitäten würde den RD-Bedarf deutlich verringern und die Kosten reduzieren. „Österreichweit fehlende oder noch in Bau befindliche Stromleitungen wie z.B. in Salzburg haben die Stromkunden heuer bereits rund 20 Millionen Euro gekostet. Im Jahr 2020 waren es rund 134 Millionen“, sagt Karall. Der aktuelle Beschluss der europäischen Union, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent zu reduzieren, sowie die Installierung der mit dem EAG geplanten Erneuerbaren würden diese Tendenz weiter beschleunigen. Daher ist die zeitgerechte Umsetzung aller APG-Investitionsprojekte unbedingt notwendig, damit in Zukunft bei gleichbleibender sicherer Stromversorgung weniger RD-Maßnahmen durchgeführt werden müssen. Die APG investiert alleine 2021 rund 357 Millionen Euro und bis 2030 3,1 Milliarden Euro in die heimische Strominfrastruktur. Neben den energiewirtschaftlichen Aspekten bedeutet das auch einen Boost für die heimische Wirtschaft.

APG verfolgt die Entwicklung des Stromverbrauchs und anderer wesentlicher Daten im Stromsystem seit Beginn der Corona-Krise und veröffentlicht unter https:www.apg.at/infografiken regelmäßig Grafiken zu den Themen: Energieaustausch, Stromverbrauch Österreich, Stromverbrauch Europa, Import/Export, Strompreis u.v.a.m.

Über Austrian Power Grid (APG)
Austrian Power Grid (APG) ist Österreichs unabhängiger Stromnetzbetreiber, der das überregionale Stromtransportnetz steuert und verantwortet. Die Infrastruktur der APG sichert die Stromversorgung Österreichs und ist somit die Lebensader Österreichs, der Bevölkerung und seiner Unternehmen. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.400 km, welches das Unternehmen mit einem Team von rund 600 Spezialistinnen und Spezialisten betreibt, instand hält und laufend den steigenden Anforderungen seitens Wirtschaft und Gesellschaft anpasst. Die Kapazitäten des Stromnetzes der APG sind die Voraussetzung für eine nachhaltige sichere Stromversorgung Österreichs und das Gelingen der Energiewende. Mitarbeiter entwickeln die geeigneten Marktprodukte, beherrschen die Physik und garantieren Sicherheit und Effizienz für Österreich. Mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 357 Millionen Euro für den Aus- und Umbau der Netzinfrastruktur 2021 gibt APG der heimischen Wirtschaft einen kräftigen Impuls. Insgesamt wird APG rund 3,1 Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren in den Netzaus- und Umbau investieren. Das sind rund 17 Prozent der insgesamt 18 Milliarden Euro, die die E-Wirtschaft in den kommenden zehn Jahren in die Netzinfrastruktur investieren wird. Beim Sustainable Brand Rating 2020 wird APG in der Kategorie Versorgungs-Infrastruktur auf Platz eins gewählt, im Gesamtrating der Kategorie Investment auf Platz zwei.

Quelle: Copyright APA-OTS Originaltext-Service und Austrian Power Grid AG
Alle Rechte vorbehalten
Fotocredit: APG/APA-Auftragsgrafik

Text: Austrian Power Grid AG, 30. Apr. 2021

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