Lockdown in Schulen hätte negative Folgen im Bildungs- und sozialen Bereich

Bildung & Recht

Angst vor der Schule

Lockdown in Schulen hätte negative Folgen im Bildungs- und sozialen Bereich

07. Nov. 2020

„Das vergangene halbe Jahr war für viele Kinder ein verlorenes Semester. Nur wenige haben sich mit Online-Unterricht leichter getan. Deswegen ist es mir als Pädagogin und Direktorin an einer NMS wichtig, dass Schulen und Kindergärten jetzt im zweiten Lockdown offenbleiben. Wir müssen eine verlorene Generation Corona verhindern und einen geregelten, sicheren Schulbetrieb und Betreuung gewährleisten“, unterstützt SPÖ NÖ Landesfrauenvorsitzende LAbg. Elvira Schmidt, Bildungssprecherin der SPÖ NÖ, den gleichlautenden Appell der Bundes- und neun Landesvorsitzenden an die türkis-grüne Bundesregierung.

Zwt.: Homeschooling kann Normalunterricht nicht ersetzen
Das Infektionsgeschehen sei in Schulen nur gering ausgeprägt, es komme kaum zu Clustern. „Eine Schließung hätte dramatische Auswirkungen – was die Bildungschancen betrifft, aber auch die sozialen und psychischen Folgen“, weiß Schmidt aus der Praxis:
„Homeschooling heißt, Dinge selbst erarbeiten und erfordert Geduld. Die haben Zehn- bis 14-Jährige nicht. Und viele Kinder haben nach dem ersten Lockdown Angst vor der Schule, weil das Bildungsloch, das aufgerissen wurde, so groß ist.“ Den Kindern hätten die Kontakte gefehlt, der Spaß in der Schule, erklärt Schmidt, die so lange wie möglich für einen Regelunterricht, also ganz normalen Schulbetrieb, eintritt: „Vereinsamung, Computersucht, fehlende Motivation – die Eltern können bei Fragen oft nicht weiterhelfen – das haben wir nach dem Lockdown im Frühjahr oft festgestellt. Kinder brauchen Ruhe, Ordnung und Struktur – Privilegien, auf die nicht jedes Kind zurückgreifen kann.“ Trotz enormer Anstrengung vieler PädagogInnen, die auf Fernunterricht umgestellt hätten und dabei darauf achten mussten, ihre SchülerInnen nicht zu „verlieren“, sei oft nicht genug weitergegangen, sagt Schmidt: „Auch wenn Kinder, Eltern und PädagogInnen in den meisten Fällen ihr Bestes gegeben haben, kann Homeschooling niemals einen normalen Schulbetrieb ersetzen – weder was die Lernerfolge betrifft und schon gar nicht die sozialen Kontakte.“

Zwt.: Summerschool wichtiges Förderangebot
Schmidt weist darauf hin, dass die „Summerschool“ ein wichtiger Aspekt gewesen sei, der auch an ihrer Schule angeboten wurde. Die Regierung habe sich auf Förderung in Deutsch beschränkt. Sie habe über den Verein „Ich schaff das – Gratis-Nachhilfe in ganz NÖ“, bei dem sie Präsidentin ist, in vielen Gemeinden und Schulen Niederösterreichs – auch in Hirtenberg, wo sie Direktorin ist – zielgerichtet auch die Fächer Mathematik und Englisch angeboten. „Eine flächendeckende Förderung ist aufgrund der fehlenden Finanzierung – es ging um rund 80.000 Euro – des Landes NÖ nicht möglich gewesen. Die ÖVP war dagegen“, zeigt sie Unverständnis für diese Entscheidung, die zum Nachteil der Kinder getroffen wurde.

Zwt.: Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit umgesetzt Abschließend weist Schmidt darauf hin, dass die SPÖ-Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit für Eltern jetzt umgesetzt wird und der Bund die Kosten dafür trägt. „Das ist ein wichtiger Schritt zur Unterstützung von Eltern in dieser schwierigen Corona-Situation und dem neuerlichen Lockdown. Der Anspruch von vier Wochen kann bis Ende des Schuljahres in Teilen, tage- oder halbtageweise, in Anspruch genommen werden“, sagt die SPÖ NÖ-Bildungssprecherin und Landesfrauenvorsitzende: „Mit dieser neuen Regelung sind die ArbeitnehmerInnen nicht mehr vom Good Will des Arbeitgebers abhängig. Das gibt endlich die nötige Sicherheit, die Eltern jetzt brauchen.“

Quelle: APA-OTS
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay 

Text: SPÖ Niederösterreich Landtagsklub, 07. Nov. 2020
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